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TU Berlin

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SoCoRob - Die soziale Konstruktion der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter durch prototypisch realisierte Arbeitszusammenhänge

Lupe

Projektleiter: Prof. Dr. Ingo Schulz-Schaeffer, Dr. Martin Meister

Wissenschaftliche Mitarbeiter: M.A. Kevin Wiggert, M.A. Tim Clausnitzer

Studentische Hilfskräfte: Henrik Bröckerbaum, Emilie Hilger

Teilprojekt des DFG-Schwerpunktprogramms 2267: „Digitalisierung der Arbeitswelten “ (01.10.2020-30.09.2023)

Unser Projekt auf Researchgate.

Projektbeschreibung

Kollaborative Roboter verändern das Verhältnis zwischen menschlicher Arbeit und Technologie in dreierlei Hinsicht:

1. Die Anpassung der robotischen Bewegungen (Geschwindigkeit, Kraftausübung, Kolllisionsvermeidung) an menschliche Verhaltensfähigkeiten ermöglicht die direkte körperliche Interaktion. Auf dieser Grundlage können kollaborative Roboter in Arbeitssituationen eingesetzt werden, die ihnen bisher verschlossen waren.

2. Kollaborative Roboter können mit deutlich weniger Aufwand in den unterschiedlichsten Arbeitssituationen eingesetzt werden. Auch der Einsatz in der normalen Alltagsumgebung wird zunehmend möglich.

3. Kollaborative Roboter profitieren von den Fortschritten der künstlichen Intelligenz, insbesondere im Hinblick auf die Eigeninitiative in der Interaktion und die Fähigkeit, in weniger vorstrukturierten Situationen zu agieren.

 

Das Ziel in unserem Projekt ist es, die soziale Konstruktion kollaborativer Roboter als Arbeitskollegen von Beschäftigten zu erforschen. D.h. wir fragen, welche Arbeitsrollen und welche Formen der Verteilung von Arbeitstätigkeiten zwischen menschlichen und robotischen Arbeitskräften sich im Zuge der (Weiter-)Entwicklung und des Einsatzes kollaborativer Roboter ausprägen werden.

Wir untersuchen die beiden am häufigsten genannten Einsatzfelder von Cobots: die industrielle Fertigung und die Pflege. In dem Feld der industriellen Fertigung stellt der dominante Diskurs zum Einsatz von Cobots auf die Ermöglichung von größerer Flexibilität von Fertigungsrobotern ab (z.B. durch die Möglichkeit einfacherer Reprogrammierung für unterschiedliche Aufgaben, die Möglichkeit des Einsatzes in KMU). Im Kontrast zur industriellen Fertigung sind Roboter in der Pflege prinzipiell neu. In diesem Feld stellt der dominante Diskurs zum Einsatz von Cobots auf die Entlastung der Pflegepersonals von körperlich schweren und repetitiven Arbeiten ab, um mehr Raum für die eigentliche Zuwendungsarbeit („sentimental work “; Strauss 1982) zu schaffen.

 

Wir gehen davon aus, dass die in den beiden dominanten Diskursen zu den Cobots vorgestellten Versionen der Neuverteilung von Arbeitsvollzügen zwischen Menschen und Robotern viel zu einfach und überstilisiert sind. Um zu einem differenzierteren und empirisch angemesseneren Bild dieser Neuverteilung zu gelangen, nutzen wir das sozialtheoretische Konzept des auf menschliche Akteure und technische Artefakte „verteilten Handelns“.

Wir unterscheiden dabei drei unterschiedliche Manifestationen von kollaborativen Arbeitssettings, die wir alle als prototypisch realisierte Szenarien interpretieren:
(1) Entwicklung von Cobots als Roboter Prototypen, deren Einsatz in experimentellen Settings innerhalb der Labors untersucht wird.
(2) Testbetrieb von ausgereifteren Prototypen in kontrollierten realen Umgebungen getestet.
(3) Implementierung eines kollaborativen Roboters für den tatsächlichen Einsatz in realen Anwendungen der kollaborativen Arbeit.

Publikationen

Schulz Schaeffer, I., Meister, M., Wiggert, K., & Clausnitzer , T. (2020): The social construction of human robot co-work by means of prototype work settings. TU Berlin, Fachgebiet Technik- und Innovationssoziologie, Working-Paper: TUTS-WP-2-2020.

Vorträge

„Scenarios of distributed agency in human robot collaborations in industry and care“ (Wiggert, Kevin/Clausnitzer, Tim), Workshop 2020 der STS-Technik-Sektion der Vereinigung sozialwissenschaftlicher Japanforschung (VSJF), 21. November 2020, Online, Berlin/Tokyo.

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