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TU Berlin

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SIGMA 3D

Lupe

Projektmitarbeiter: Dr. David Seibt

BMBF-Projekt, geförderte Laufzeit: 01.02.2020 bis 31.01.2023

 

Zusammenfassung

Ob als Teil einer dezentral organisierten Sharing Economy oder als neue Spielart des digitalen Kapitalismus: Die Ausbreitung digitaler Plattformen ist eine zentrale Dynamik der Digitalisierung. Dabei liegt der bisherige Fokus der soziologischen Debatte auf einigen wenigen dominanten Plattformunternehmen, deren Angebote sich längst zu bedeutenden kulturellen und infrastrukturellen Faktoren der Gegenwartsgesellschaft entwickelt haben. Ausgehend von diesen Beobachtungen lenkt das Projekt den Blick nun auf die Peripherie der Plattformökonomie, um so die Dynamiken ihrer Ausweitung auf immer neue Gesellschaftsbereiche besser zu verstehen. Ziel ist es zu erforschen, wie die technischen und organisatorischen Prinzipien digitaler Plattformen in immer weiteren Feldern verankert werden, wie sie sich auf die etablierten Praktiken und Institutionen der jeweiligen Felder auswirken und wie, andersherum, die spezifischen materiellen und institutionellen Gegebenheiten dieser Felder zur Herausbildung neuer Formen der Plattformökonomie beitragen.

Der Fall an dem diese Prozesse untersucht werden sollen ist der Aufbau der digitalen Plattform SIGMA 3D (“Simulationsgestützte Medizintechnikplattform zur individuellen 3D-Hilfsmittelversorgung”) im Feld der Orthopädietechnik. Im Rahmen einer soziologischen Begleitforschung wird analysiert, wie die an SIGMA 3D beteiligten Akteure eine Plattform zur digitalen Konstruktion, Simulation, und Produktion von Orthesen entwickeln und wie sie sich dabei an den spezifischen materiellen und institutionellen Anforderungen der Medizintechnik sowie den Gegebenheiten eines traditionell handwerklich geprägten Feldes orientieren. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der wechselseitigen Konstruktion der Plattform und ihrer beiden zentralen Nutzergruppen, den Orthopädietechniker*innen und den Anwender*innen medizintechnischer Hilfsmittel. Auf diese Weise soll erfasst werden, wie die Ausprägung der Plattformökonomie innerhalb der Orthopädietechnik durch bestehende Rollenbilder geprägt wird und wie sie diese ihrerseits herausfordert und verändert.

Der angestrebte Beitrag des Projekts für die soziologische Digitalisierungsforschung liegt in der Entwicklung eines Modells, das die Mechanismen der Plattformisierung immer neuer Gesellschaftsbereiche beschreibt und sie als Teil eines fortwährenden soziotechnischen Aushandlungsprozess bestimmt. Ein solches Modell sollte in der Lage sein, die machtvolle Position etablierter internetbasierter Plattformunternehmen zu erfassen, ohne aus dieser bereits die Formen und Effekte der Digitalisierung in anderen Gesellschaftsbereichen abzuleiten.

Zusatzinformationen / Extras

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